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Gesamtrisikoposition im Geschäftsjahr 2011

Das Gesamtrisiko der comdirect Gruppe ist infolge der erstmaligen Einbeziehung von Credit-Spread-Risiken aus Intragruppenforderungen im Marktrisiko sowie der Berücksichtigung von Close-Out-Risiken (Modellrisiko) nur eingeschränkt mit dem Vorjahreswert vergleichbar. Deshalb haben wir auf die Angabe der Vorjahresewerte verzichtet. Der ökonomische Risikokapitalbedarf belief sich bei einem Konfidenzniveau von 99,91 % und einer Haltedauer von einem Jahr zum Jahresultimo 2011 auf 235,2 Mio. Euro (Ende 2010: 146,6 Mio. Euro).

Zusammensetzung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs 2011 (in Mio. Euro)

  Stand zum 31.12.2011
Marktrisiko 83,75
Adressenausfallrisiko 61,13
Operationelles Risiko 38,48
Geschäftsrisiko 24,56
Modellrisiko 27,27
Ökonomischer Risikokapitalbedarf 235,19

Die Limitauslastung war sowohl hinsichtlich des aggregierten Risikos als auch bei allen Einzelrisiken im gesamten Jahresverlauf unkritisch. Zum Jahresende 2011 war das Gesamtlimit zu 54,2 % (Ende 2010: 36,2 %) ausgelastet. Auch unter Stressbedingungen war die ökonomische Risikotragfähigkeit durchweg gegeben; bei einem Gesamtrisiko von 274,6 Mio. Euro unter Stress war das Deckungspotenzial zu 72,0 % in Anspruch genommen.

Der ökonomische Risikokapitalbedarf für Marktrisiken erhöhte sich vorrangig aufgrund der neuen Berechnungsmethodik auf 83,8 Mio. Euro (Ende 2010: 40,3 Mio. Euro). Damit stellen Marktrisiken das größte Einzelrisiko der comdirect Gruppe dar; der Anteil am Gesamtrisiko nahm auf 35,6 % (Vorjahr 28,4 %) zu. Auch auf vergleichbarer Basis kommt den Marktrisiken eine größere Bedeutung zu als vor einem Jahr; dem Anstieg der Credit-Spread-Volatilitäten vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise im Euroraum stand jedoch ein risikosenkender Effekt aus dem aktiven Abbau des PIIGS-Portfolios und rückläufigen Durationen gegenüber (s. Geschäfts- und Ertragslage der comdirect Gruppe). Adressenausfallrisiken gingen mit einem Gesamt-CVaR von 61,1 Mio. Euro (Ende 2010: 33,6 Mio. Euro) in das Gesamtrisiko der comdirect Gruppe ein; hier wirkte sich die Staatsschuldenkrise in Form von Rating-Migrationen aus. Der negative Effekt wurde wie auch beim Marktrisiko durch die konsequente Rückführung des Exposures in europäischen Bankschuldverschreibungen begrenzt (s. Geschäfts- und Ertragslage der comdirect Gruppe). Schwankungen des ökonomischen Risikokapitalbedarfs für das Modellrisiko resultierten aus Erhöhungen der Modellanlagen in Folge zwischenzeitlich gestiegener Kundeneinlagen. Das operationelle Risiko und das Geschäftsrisiko haben sich binnen Jahresfrist nur unwesentlich verändert.

Die entsprechend der Anforderungen der Solvabilitätsverordnung (SolvV) ermittelten Risikoaktiva summierten sich zum Bilanzstichtag auf 513,9 Mio. Euro (Vorjahr 545,7 Mio. Euro ohne Intragruppenforderungen im Commerzbank Konzern).

In Vorbereitung auf die künftigen Anforderungen von Basel III ist seit dem Geschäftsjahr 2010 die Leverage Ratio zu berechnen und an die Aufsicht zu melden. Diese drückt das Verhältnis von hartem Kernkapital (Tier-1-Kapital in Höhe von 351,3 Mio. Euro; vgl. Note (53)) zur Gesamtsumme der Aktiva (nicht-risikogewichtet) aus. Gemäß der ab Anfang 2018 geltenden Regeln muss die Leverage Ratio mindestens 3 % betragen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die comdirect Gruppe über ausreichende Risikopuffer verfügt, um auch lang anhaltende Phasen der Marktschwäche sicher zu überstehen. Aus heutiger Sicht sind keine realistischen Risiken erkennbar, welche den Fortbestand der comdirect Gruppe gefährden könnten.