Sie sind hier: Konzernlagebericht Prognose- und Chancenbericht Erwartete wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Quickfinder

Erwartete wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wird den Prognosen zufolge im Jahr 2012 langsamer wachsen als im Berichtsjahr. Obwohl die Notenbanken an einer lockeren Geldpolitik festhalten dürften, zeichnet sich für die USA ein lediglich verhaltenes Wachstum und für den Euroraum sogar eine leichte Rezession ab. China steht den Erwartungen zufolge vor einer moderaten Abschwächung des Wachstums bei weiterhin ausgeprägter Inflation. Die größten Wachstumsrisiken gehen von der bislang nicht abschließend gelösten Euro-Staatsschuldenkrise aus.

In der wirtschaftlichen Abschwungphase wird die EZB voraussichtlich mit anhaltend niedrigen Leitzinsen und einer umfassenden Liquiditätsversorgung des Bankensektors gegensteuern. Damit verfestigt sich die Erwartung niedriger Geldmarktzinsen. Wir erwarten, dass der Dreimonats-EURIBOR den Durchschnittswert 2011 nicht erreichen wird. Zugleich dürften die Anleihenrenditen bei hohen Bonitäten unter Druck bleiben. Insgesamt wird die Zinsmarge im Einlagengeschäft voraussichtlich negativ beeinflusst.

Eine durchgreifende Erholung der Aktienmärkte setzt die politische Lösung der Staatsschuldenkrise und glaubwürdige Stabilisierungsmaßnahmen für den Finanzsektor voraus. Das abgeschwächte Wachstum dürfte sich auf die Gewinnerwartungen der Unternehmen auswirken und könnte die Aktienmärkte zusätzlich belasten; weitere wesentliche Risikofaktoren sind ein abgeschwächtes Wachstum in China, mögliche politische Spannungen in Nahost und die hohen Staatsschulden in den USA. Umgekehrt eröffnen sinkende Inflationsrisiken aufgrund der verhaltenen Wachstumsperspektiven den Notenbanken mehr Spielraum für eine expansive Geldpolitik. Alles in allem rechneten die Volkswirte der Commerzbank zur Jahreswende 2011/2012 mit einem Anstieg des DAX um knapp 10 % auf 6.400 Indexpunkte; die Unterstützungslinie wird bei 5.200 Punkten gesehen. Ob der Wertpapierhandel trotz der erwartet starken Volatilitäten durch ähnlich hohe Volumina geprägt sein wird wie im Ausnahmejahr 2011, kann derzeit nicht abgeschätzt werden.

Unabhängig von der Entwicklung an den Geld- und Kapitalmärkten rechnen wir mit einer Fortsetzung der langfristigen Markt- und Anlegertrends, die das Direktbankenmodell der comdirect Gruppe begünstigen. Eine verbesserte Internet-Infrastruktur und abnehmende Vorbehalte gegenüber online-basierten Bankmodellen führen dazu, dass Filialbankkunden den Wechsel zu einer Direktbank in Erwägung ziehen. Auch vom Trend zur immer stärkeren Nutzung des Smartphones für Bankgeschäfte können wir mit den Apps von comdirect und ebase profitieren.

Weitere Chancen erwachsen aus der hohen Wettbewerbsintensität bei unseren institutionellen Partnern im B2B-Geschäft. Diese haben ein Interesse daran, dem Endkunden ein komplettes und weitestgehend standardisiertes Angebot für die Geldvermögensbildung unabhängig von dessen Hausbank zur Verfügung zu stellen. Auf diesen Bedarf ist die ebase mit ihrem verzahnten Angebot von partnerspezifischen Depot- und B2B-fähigen Banking-Lösungen ausgerichtet.

Aus dem im Geschäftsjahr 2011 positiv beschiedenen Steuereinspruchsersuchen können sich in der Folge weitere Erstattungen ergeben.